Lithium, hat das nicht was mit Batterien zu tun? Hat es, aber auch mit Ernährung. Denn bei dem Stoff handelt es sich um ein Spurenelement, das durchaus Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Welche das sind und worin Lithium enthalten ist, erklären wir in diesem Beitrag.
Das Alkalimetall Lithium gehört im Gegensatz zu Selen oder Zink zu den nichtessenziellen Spurenelementen: Es kommt zwar in sehr geringen Mengen im Körper vor, hat aber – soweit die Forschung das bisher erfasst hat – keine Funktion für lebensnotwendige Prozesse im Organismus. Daher sind auch keine Erkrankungen bekannt, die auf einen “Lithiummangel” zurückzuführen sind.
Lithium wirkt sich jedoch, wenn es richtig dosiert wird, positiv auf die Stimmung und das Nervensystem aus. Daher werden Lithiumsalze schon seit Jahrzehnten zur medikamentösen Behandlung von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und affektiven Störungen verwendet. Da zu viel Lithium im Blutspiegel erhebliche Nebenwirkungen wie Durchfall, Erbrechen, Mundtrockenheit und Krämpfe haben kann, wird bei einer Therapie mit dem Wirkstoff engmaschig der Lithiumspiegel kontrolliert. Eine Überdosierung kann sogar lebensgefährlich sein.
Neueste Erkenntnisse weisen außerdem darauf hin, dass Lithium schützend für Nervenzellen und Gehirn wirken und daher als Medikament für Demenz eine Rolle spielen könnte. Wie genau Lithium aber den Verfall der geistigen Leistung bei Demenz aufhalten soll, ist derzeit noch Gegenstand der medizinischen Forschung.
Die aktuelle Forschung liefert keine eindeutigen Ergebnisse, was den Lithiumgehalt in Lebensmitteln betrifft. Dies wurde u.A. in einer polnischen Studie aus dem Jahr 2018 bestätigt. Da Lithium in bestimmten Gesteinsverbindungen vorkommt, kann aber in einigen Gegenden der Welt ein erhöhter Lithiumgehalt im Grundwasser auftreten. Deshalb kannst du auch Mineralwasser mit Lithiumgehalt kaufen. Dieses weist dann je nach Quelle einen Lithiumanteil auf, der bis zu 1 Milligramm und mehr pro Liter betragen kann. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) für essenzielle Mineralstoffe und Spurenelemente einen Tagesbedarf definiert hat, gibt es für Lithium keinen Referenzwert. Eine zu hohe Aufnahme über die Ernährung gilt als höchst unwahrscheinlich.
Aufgrund seiner möglichen positiven Wirkung auf den menschlichen Geist, wie oben beschrieben, gibt es neuerdings Bestrebungen in der Forschung, Lithium als essenzielles Spurenelement anerkennen zu lassen. Die Studienlage ist dafür aber bislang zu gering. Möchtest du eine ausreichende Versorgung mit Lithium sicherstellen, kannst du dich als Empfehlung an einem Tagesbedarf von 10 Milligramm orientieren. Bei dieser Menge wurden bislang keine Nebenwirkungen beobachtet. Im Schnitt nehmen die Deutschen höchstens 3 Milligramm täglich mit der Nahrung auf. Allerdings gibt es keine Tabellen mit dem Lithiumgehalt von Lebensmitteln, Orientierung bieten nur die Angaben auf Mineral- und Heilwasserflaschen.