Sie haben nichts mit kleinen Plagegeistern zu tun, sondern sind im Gegenteil äußerst nützlich: Flohsamen bereichern den Speiseplan als Heilpflanze und vielseitige Kochzutat. Wir erklären die Wirkung und Anwendung des unscheinbaren Lebensmittels.
Flohsamen haben nichts Tierisches an sich, sondern erinnern lediglich optisch an Flöhe – daher der Name. Das Indische Flohsamen-Kraut, ein Verwandter unseres Spitzwegerichs, gehört zu den Heilpflanzen. Die Schalen der Körnchen enthalten Schleimstoffe, die große Mengen Wasser binden können. Im Darm quellen sie auf, vergrößern das Stuhlvolumen und wirken so gegen Verstopfung. Flohsamenschalen besitzen dabei eine stärkere Quellwirkung als ganze Flohsamen, wodurch sie die Verdauung noch schneller anregen. Als weiteren Nährstoff mit diesem Effekt enthalten die Körnchen fettes Öl, das wie ein Schmierfilm im Darm wirkt und den Stuhltransport unterstützt. Sie sind deshalb auch im weiteren Sinne eine Ölsaat. Durch die wasserbindende Wirkung helfen (Bio-)Flohsamenschalen oder ganze Samen übrigens auch bei Durchfall. Wer an einem Reizdarm leidet, kann ebenfalls von Flohsamenschalen-Rezepten profitieren. Voraussetzung ist in jedem Fall die ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit, um die löslichen Ballaststoffe zu verwerten. Ein bis zwei Gläser Wasser solltest du mindestens trinken, wenn du Flohsamen konsumierst.
Übrigens: falls du an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leidest, solltest du auf eine ausreichende Zufuhr von Molybdän achten: Dein Bedarf an dem Spurenelement kann erhöht sein.
Die starke Quellwirkung der Flohsamen kannst du dir auch wunderbar in der Küche zunutze machen. So lassen sich die kleinen Körner als Bindemittel beim glutenfreien Backen verwenden. Aus Mehlsorten wie Buchweizen- oder Amarantmehl, die frei von dem Klebereiweiß sind, entstehen damit schön geformte Brote, Brötchen und süßes Gebäck. Dein morgendliches Porridge erhält durch die Zugabe von Flohsamen eine Extraportion Ballaststoffe. Grundsätzlich kannst du viele weitere Speisen nach diesem Prinzip anreichern. Gib einen Löffel Flohsamen in Shakes und Smoothies, cremige Desserts oder die Auflaufsoße. Die vielseitigen Körnchen können auch als Retter in der Not fungieren. Ist etwa dein Pfannkuchenteig zu dünn geraten, dicke ihn einfach mit Flohsamen an. Aber Vorsicht: Zu viel des Guten lässt den Teig verklumpen und bringt auch deine Verdauung zu stark auf Trab.
Der regelmäßige Konsum von Flohsamen tut nicht nur dem Darm gut, sondern kann Studien zufolge auch den Cholesterinspiegel in geringem Ausmaß senken. Möchtest du dir die Samen täglich gönnen, leidest aber an einer chronischen Erkrankung, sprich vor der dauerhaften Einnahme besser mit deinem Arzt. Denn bei bestimmten Leiden würden die Körnchen mehr schaden als nützen. Denke auf jeden Fall daran, immer genügend zu trinken, wenn indischer Flohsamen in welcher Form auch immer auf dem Speiseplan steht.