Mit dem Programm „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ (LfA) setzen sich EDEKA, WWF und Bio-Anbauverbände wie der Mitbegründer Biopark sowie Bioland, Naturland, Demeter und Biokreis für mehr Biodiversität, wildlebender Tier- und Pflanzenarten in der deutschen Agrarlandschaft, ein.
Seit 2012 arbeiten EDEKA und WWF gemeinsam mit den LfA-Partner:innen daran, die Vielfalt der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in landwirtschaftlich geprägten Lebensräumen nachweislich zu erhöhen und so dem dramatischen Rückgang der heimischen Tier- und Pflanzenwelt entgegenzuwirken.
Herzstück des Programms stellen die teilnehmenden Bio-Landwirt:innen dar. Unter naturschutzfachlicher Beratung setzen sie zahlreiche Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt in ihren Betrieben um. Das Programm bringt auf über 60.000 Hektar mehr als 100 verschiedene, überwiegend regionale Produkte hervor. Damit zählt „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ zu den größten privat finanzierten Agrobiodiversitätsprogrammen in Deutschland.
Unser EDEKA Bio Apfelsaft ist ein Produkt aus dem LfA-Programm. Er steht somit für den Schutz und die Förderung gefährdeter Arten in der deutschen Landwirtschaft.
Die bei EDEKA zu findenden Produkte des Programms für Biodiversität tragen zur besseren Orientierung das Programmlogo. Darüber hinaus sind sie mit dem WWF-Logo gekennzeichnet.
Übrigens: Unser EDEKA Bio Apfelsaft war das erste Produkt des Programms, das deutschlandweit verfügbar ist. Neben dem Apfelsaft findest du das LfA-Programmlogo auch auf vielen weiteren EDEKA Produkten wie zum Beispiel Bio Kartoffeln und NaturPur Fleisch- und Wurstwaren. Mit dem Kauf dieser Produkte tust du etwas Gutes für den Artenschutz – und hilfst bei der nachhaltigen Entwicklung einer langfristig ökologischen Wertschöpfungskette. Welche unterschiedlichsten Naturschutzmaßnahmen unsere LfA-Betriebe umsetzen, erfährst du weiter unten.
Seit dem Sommer 2023 erweitern diverse Gemüse-Artikel das LfA-Sortiment in ausgewählten EDEKA-Regionen darunter: EDEKA Bio Eisberg-Salat, Mini-Romana Salat, Zucchini, Zucchini-Mix und Zuckermais.
Beim Anbau des Gemüses mit dem Artenschutz-Plus gibt es zum Beispiel mehr Ruhephasen auf den Feldern während der Brutzeit oder mehrjährige Blühflächen auf brachliegenden Äckern. Zudem werden Nistmöglichkeiten für Vögel und Fledermäuse errichtet oder Schutzzonen für Pflanzen und Gewässer.
Viele Tiere fühlen sich auf den Grünflächen unserer LfA-Betriebe wohl. Die Maßnahmen des LfA-Programms zeigen ihre Wirkung:
Einen besonderen Erfolg unseres LfA-Programms stellt die im Jahr 2020 gegründete Initiative von Landwirtschaft für Artenvielfalt für den ökologischen Obstanbau dar. Diese Initiative wurde gemeinsam mit der Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e.V., Anbauverbänden Bioland, Demeter und Naturland, Lieferanten, Beratungsorganisationen und teilnehmenden Erzeuger:innen gestartet. Inzwischen nehmen über 70 Bio-Obstbetriebe aus vier verschiedenen Anbauregionen in Deutschland teil - vom Alten Land im Norden und Baderitz in Sachsen bis hin zum Bodensee in Süddeutschland. Sie säen beispielsweise Blühstreifen, schaffen Nisthilfen oder mähen nur jede zweite Fahrgasse ihrer Apfelplantagen, damit Insekten, Vögeln und Kleintieren noch ausreichende Rückzugsgebiete und Nahrungsangebote bleiben.
Unsere heimischen Bio-Äpfel stammen fast vollständig aus unserer LfA Initiative - zu erkennen an dem charakteristischen Programmlogo mit dem Zusatz „Eine Initiative von”.
Das Herzstück unseres Programms "Landwirtschaft für Artenvielfalt" bilden die teilnehmenden landwirtschaftlichen Betriebe, die sich mit Leidenschaft für den Schutz der Artenvielfalt auf ihren Höfen einsetzen.
Diese zusätzlichen Naturschutzleistungen sind nur selten Bestandteil der verpflichtend umzusetzenden Bio-Anbaurichtlinien und daher auch mit zusätzlichen Aufwänden für die Erzeuger:innen verbunden.
Mit „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ werden die besonderen Leistungen und das hohe Engagement der Betriebe anerkannt und sichtbar gemacht: EDEKA unterstützt die Mehrarbeit durch die Vermarktung von erzeugten Produkten, langfristige Partnerschaften, Honorierung und die Finanzierung der Beratungen sowie wissenschaftlichen Ausarbeitungen der Erfolge.
Im Folgenden möchten wir ausgewählten Erzeuger:innen des LfA-Programms die Möglichkeit bieten, sich und die von ihnen umgesetzten Maßnahmen zur Förderung einer artenreichen und lebendigen Landschaft vorzustellen.
Fleisch aus naturnaher Landwirtschaft
Die Rinder unserer LfA-Betriebe leben auf Wiesen, die zum Beispiel ohne zusätzliche Düngung bewirtschaftet werden, eine von mehreren Maßnahmen, mit denen die Betriebe zur Förderung der Artenvielfalt beitragen. Auf solchen Flächen bekommen nährstoffreiche Kräuter und Blühpflanzen die Chance, sich zu entwickeln, weil ihnen keine schnellwachsenden Gräser im Weg stehen, wie es bei gedüngten Wiesen häufig der Fall ist. Neben der höheren Gräser- und Kräutervielfalt bedeutet die geringere Düngungsintensität, dass die Wiesen tendenziell langsamer wachsen und in der Regel später im Jahr gemäht werden. Dadurch entstehen längere störungsfreie Zeiträume, die unter anderem gefährdeten Tierarten wie bodenbrütenden Vögeln die erfolgreiche Fortpflanzung ermöglichen. Darüber hinaus entsteht durch die spätere Mähung ein wertvoller Lebensraum sowie eine wichtige Nahrungsquelle für die Tiere, insbesondere für Insekten. Auch die Pflanzenvielfalt profitiert von den verlängerten, störungsfreien Entwicklungsphasen.
Milchprodukte
Die Milchkühe unserer LfA-Betriebe werden nach höchsten Bio-Anbauverbandsstandards gehalten und fressen überwiegend Gras. Sie sind somit ausschlaggebend dafür, wie Grünland bewirtschaftet wird. Eine beliebte Maßnahme auf Grünlandwiesen ist das Stehenlassen von ein bis fünf Meter breiten Streifen beim Mähen der Fläche. Die ungemähten Flächen ziehen brütende Tiere und nahrungssuchende Insekten an und bieten ihnen einen attraktiven Lebensraum.
Hier findest du eine Karte mit allen LfA-Betrieben*:
Von ökologischer Grünlandbewirtschaftung profitieren viele Tier- und Pflanzenarten. So finden Feldhasen, Greifvögel und Fledermäuse ein reichhaltiges Nahrungsangebot.
Naturbelassene Grünstreifen am Rand von bspw. kleinen Tümpeln und Teichen sind für Frösche, Lurche und Co. wichtige Sommerlebensräume, die auch für Insekten eine große Rolle spielen.
Wilde Kräuter profitieren von Wiesen, auf denen Heu statt Silage produziert wird, weil ihre Samen nach dem Mähen noch trocknen und ausfallen können.
Mutterkühe auf der Weide tragen ebenfalls zum Erhalt der Artenvielfalt im Grünland bei, denn sie ziehen viele Insekten an - eine wichtige Nahrungsquelle z.B. für kleine Vögel wie den Neuntöter.
Naturbelassene Streifen sind neben Ackerflächen besonders wertvoll für blütensuchende Insekten.
Wusstest du, dass mehr als 50 Prozent der Fläche Deutschlands landwirtschaftlich genutzt wird? Durch die Intensivierung des Anbaus geraten die Natur und Biodiversität dort immer mehr aus dem Gleichgewicht: Früher sehr verbreitete Arten wie beispielsweise Feldlerche oder Rittersporn kommen auf Äckern und Wiesen immer seltener vor. Dabei lassen sich gerade im Ökolandbau Flächen so bewirtschaften, dass sie Lebensräume für wildlebende Tier- und Pflanzenarten bieten. Bislang jedoch sind derartige Kriterien und Maßnahmen zum Erhalt der Lebensräume und Schutz der biologischen Vielfalt kein verpflichtender Bestandteil der Richtlinien einiger Öko-Anbauverbände.
Es wurde gemeinsam mit den Programmpartner:innen ein Naturschutzmodul als Zusatzqualifikation für den Ökologischen Landbau etabliert. Wissenschaftlich erarbeitet und entwickelt wurde das Modul für Naturschutz vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF e.V.). Dieses besteht aus einem Katalog aus mehr als 100 Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität für Ackerland, Grünland und Landschaftselemente. Daraus können sich teilnehmende Landwirt:innen die für ihren Betrieb und die dortige Umwelt passenden Maßnahmen auswählen. Naturschutzberater:innen unterstützen sie dabei, begleiten die Umsetzung und messen den Erfolg.
Die Beratungen in der Initiative für den ökologischen Obstanbau werden auf Basis der Biodiversitätsrichtlinien des ökologischen Anbauverbandes Bioland e.V. umgesetzt. Der Anbauverband hat diese Richtlinien gemeinsam mit Erzeuger:innen speziell für den Obstanbau erarbeitet.
Zitrusfrüchte sind echte Vitaminbomben, doch ihr Anbau kann die Umwelt belasten. Das Zitrusanbau auch Artenvielfalt fördern kann und welche Alternativen es zum Glas O-Saft gibt, erklärt Cedric von Doktor Whatson in dieser Folge von „What the Fact?! By EDEKA“ – das spannende Wissenschaftsformat über nachhaltige Themen.
*Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Wir bitten um Verständnis, dass nicht alle Erzeuger:innen abgebildet werden können.